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Glück ist nicht das Gegenteil von Unglück

Im Gehirn werden Glücksmomente und Unglücksmomente in völlig verschiedenen Gehirnregionen erlebt. Anders ausgedrückt: Wir können Glück und Unglück gleichzeitig empfinden.

Ein großes Unglück kann (glücklicherweise) nicht das Glücksempfinden beeinträchtigen oder verhindern:
Als ein Klassiker der empirischen Glücksforschung gilt eine Studie aus dem Jahr 1978. Psychologen verglichen damals das subjektive Empfinden von Menschen ein Jahr, nachdem sie von besonders einschneidenden - und höchst unterschiedlichen - Ereignissen betroffen waren.

Auf der einen Seite handelte es sich um Menschen nach einem beträchtlichen Gewinn in der Lotterie, auf der anderen Seite um Opfer von Unfällen, die seither gelähmt waren.

Bei beiden zeigte sich, dass sich ihr Glücksempfinden ein Jahr nach dem Ereignis wieder dem ursprünglichen Wert angenähert hat.
(Die Studie "Lottery winners and accident victims: is happiness relative?" von Brickman P; Coates D; Janoff-Bulman ist im "Journal of personality and social psychology" erschienen.)

Und das verrückteste:
Negative Gefühle schließen positive Gefühle nicht aus. Weder physiologisch (also körperlich), noch emotional gilt ein "Entweder - oder", wir können uns gleichzeitig glücklich und unglücklich fühlen!

Bücher von Paul Watzlawick



Glücksforscher sind der Meinung, dass wir uns glücklich fühlen, wenn wir mehr positiv empfundenen Momente haben als negative. Glück kann bzw. muss aktiv hergestellt werden und entsteht nicht einfach passiv, durch das Wegfallen von Unglücklichsein, Schmerz oder Stress. Die Psychologie hat diesen Sachverhalt erkannt und dafür den neuen Forschungsbereich "Positive Psychologie" gegründet.
Dass positive oder negative Gefühle stark von uns selbst abhängen, zeigt der Psychologe Paul Watzlawick in seinem gut lesbaren Buch "Anleitung zum Unglücklichsein" an vielen Beispielen. Dem Willen zum Glück fällt demnach eine bedeutende Rolle zu. Dabei zeigt sich eine überraschende Übereinstimmung zwischen der antiken Philosophie, dem Buddhismus und den modernen Neurowissenschaften, die alle behaupten: Glücksgefühle sind eine Folge der richtigen Gedanken und Handlungen, die durch Wiederholungen und Gewohnheiten trainiert werden können.

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