Das Selbst
Ein einheitliches theoretisches wissenschaftliches Konzept über den Begriff SELBST und seine Wortverbindungen existiert nicht. So kommt es, daß die Selbstachtung häufig synonym mit Begriffen wie Selbstbild, Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein u.ä. dem Selbstwertgefühl (s. Selbstwertgefühl) abgehandelt wird.
Manche Autoren/Trainer trennen diese Begriffe voneinander und grenzen sie ab. Ich gehöre dazu.
Meine Gründe
- Besseres Verständnis für die inneren Vorgänge
- Durch die Trennung können wir leichter in die einzelnen Schritte (zwischen den Selbsten) einwirken und positive Veränderungen erzielen
- Wir können unsere persönliche Entwicklung gezielt über die eigenen Selbste aufbauen und vorantreiben
- Wir können so manches logische, aber auch total verrückte Verhalten mancher Menschen besser erklären und verstehen
- Wir erkennen, dass so Vollpfosten wie Hooligans vielleicht ein starkes Selbstbewusstsein haben, eventuell auch noch ehr selbstsicher sind. Und trotzdem ein sehr schwaches Selbstwertgefühl und eine minimale Selbstachtung besitzen.
Bei der Selbstachtung steht die bewusste intellektuelle Wertschätzung der eigenen Fähigkeiten und Werte im Vordergrund. Das Selbstwertgefühl betont mehr die gefühlsmäßige Reaktion auf Erfahrungen des Versorgt- und Geschätztwerdens in der Kindheit und die Fremdbeurteilung im späteren Leben.
Im deutschen Sprachgebrauch bedeutet Selbstbewusstsein soviel wie: Stolz auf die eigene Person, auf die eigenen Fähigkeiten, also Selbstsicherheit.
Ursprünglich ist aber das Bewusstsein seiner selbst die Fähigkeit, die den Menschen vom Tier unterscheidet. Er nimmt sich als getrennt von der Umwelt, von der Natur wahr und ist doch ein Teil von ihr.
In seinem Buch: "Anatomie der menschlichen Destruktivität" sagt Erich Fromm: "Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das nicht nur Objekte kennt, sondern das auch weiß, dass es sie kennt. Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das nicht nur eine instrumentale Intelligenz, sondern Vernunft besitzt, die Fähigkeit, seinen Verstand dazu zu benutzen, objektiv zu verstehen - das heißt, das Wesen der Dinge, wie sie an und für sich sind und nicht nur als Mittel zu seiner Befriedigung zu erkennen. Mit diesem Bewusstsein seiner selbst und mit seiner Vernunft begabt, ist sich der Mensch seiner Getrenntheit von der Natur und von anderen Menschen bewusst."