Eine Million Kleinigkeiten
Während Sie da sitzen und diese Seiten lesen passiert um Sie herum eine ganze Menge. Und in Ihnen? In Ihrem Körper laufen unzählige Prozesse ab. Da wird Nahrung verdaut, Blut gebildet, durch den Körper gepumpt, in den Lungen mit Sauerstoff angereichert; Sie atmen weiter, während Sie lesen (hoffentlich)…
Wenn wir uns bewusst um diese ganzen Vorgänge kümmern müssten, wären wir hoffnungslos überfordert – und nicht überlebensfähig. Wir könnten nicht einschlafen, da wir sonst nicht mehr atmen würden. Das nenne ich schlechte Zukunftsaussichten.
Doch ist das längst nicht alles. Unser Unterbewusstsein kann und macht noch viel mehr.
Des Weiteren übernimmt es bewusst erlernte und trainierte Abläufe, wie z.B. beim Auto fahren: Am Anfang war es schwierig, zu lenken, die Pedale zu betätigen und auf den Verkehr zu achten. Mittlerweile laufen schalten und kuppeln automatisch, d.h. unbewusst ab. Ebenso verhält es sich mit Fahrrad fahren. Selbst wenn Sie jahrelang nicht mehr gefahren sind, wissen Sie genau wieder, was zu tun ist, wenn Sie sich auf einen Drahtesel schwingen. Ihr Unterbewusstsein legt alles, was es zum Fahrrad fahren braucht, in eine Schublade „Fahrrad“ ab; bei Bedarf öffnet es selbige und holt alles, was benötigt wird, wieder hervor.
Aus vielen Experimenten, die unter Hypnose durchgeführt worden sind, wissen wir heutzutage, dass unser Unterbewusstsein alles speichert, was es erlebt, sieht, hört, riecht etc. Wir vergessen nichts, auch wenn uns vieles nicht mehr bewusst ist!
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Versteht unser Unbewusstes ein" Nein"?
Es wird immer wieder behauptet, dass unser Unterbewusstsein keine Negation versteht. Also Wörter wie nein, keine, ohne...
Das ist nur zum Teil richtig.
Wenn es um sprachliche Verarbeitung geht verstehen wir alles. Wenn ich Ihnen sage, dass ich "morgen keine Zeit habe, um mich mit Ihnen zu treffen" verstehen Sie das sehr wohl. Weil Sie mich verstehen.
Sage ich aber zu Ihnen "Denken Sie nicht an einen roten Elefanten" verstehen Sie mich auch. Ihr Unterbewusstsein aber bekommt Schwierigkeiten. Um nicht an einen roten Elefanten zu denken, müssen Sie sich innerlich genau diesen Elefanten erst einmal vorstellen. Und diese Art von Negation, die gedanklich-sprachliche, die versteht es nicht.
Das klingt un-glaublich? Dann denken Sie jetzt bitte nicht an einen rosa Elefanten. Ich sagte, Sie sollen nicht an einen rosa Elefanten denken. Auf keinen Fall sollen Sie sich einen rosa Elefanten vorstellen, jetzt.
99% aller Menschen haben an den rosa Elefanten gedacht. Obwohl die Anweisung doch klar und eindeutig war. Aber wir können nicht an etwas denken. Wir können nur an etwas denken. Ist doch auch logisch, oder? Ich kann nicht einen Gedanken nicht haben, dafür muss ich diesen Gedanken erst denken. Hört sich komisch an. Ist aber ganz einfach. Wenn ich nicht an rosa Elefanten denken soll, muss ich zunächst genau an diese denken; dann kann ich mir sagen, daran soll ich nicht denken. Ich kann nur alternativ an etwas anderes denken.
Rufen Sie Ihrem Kind zu "Fall nicht!" gibt es zwei Möglichkeiten:
1.) Ihr Kind "überlegt" was es tun soll. Es macht sich ein Bild von dem, was es hört. Dann versteht es nur das Wort "Fall". Und fällt.
2.) Ihr Kind "versteht" die Wörter nicht. Weil es nur einen schrillen Alarmton hört. Und deshalb stehen bleibt.
Trotzdem ist es immer besser, seine Wünsche und Ziele positiv auszudrücken. Stellen Sie sich vor, Sie haben Kopfschmerzen. Diese können Sie im Moment gar nicht gebrauchen. Jetzt formulieren Sie: "Ich habe keine Kopfschmerzen." Das Problem: Sie verstärken den Kopfschmerz, weil Sie ständig an ihn denken und ihn verstärken. Fühlen Sie sich lieber vollkomen gesund und locker.
Die Eisbergtheorie
Kennen Sie die Eisberg – Theorie? Sie besagt, dass ähnlich wie bei einem Eisberg, nur 10% (sichtbar) über der (Wasser-)Oberfläche sind. 90% jedoch „unsichtbar“ sind. Diese Werte passen auch im Verhältnis Bewusstsein zu Unterbewusstsein: Rund 10% beträgt das, was wir Bewusstsein nennen, 90% sind uns unbewusst!
10% Bewusstssein - 90% Unterbewusstsein (s. Bild unten)
Die Eisbergtheorie
Im NLP haben wir noch eine weitere Definition. Sie besagt, dass nur das, worauf wir in einem Moment unsere Wahrnehmung richten, bewusst ist. Alles andere ist unbewusst. Wenn wir uns jetzt noch verdeutlichen, dass wir nur ca. sieben "Einheiten" bewusst wahrnehmen können, wird das Potential unseres Unterbewusstseins noch deutlicher.
Weitere Eigenschaften
1. Unser UBW versteht keine bildlichen Negationen und keine bildhaften Vergleiche.
„Denke nicht an einen roten Golf.“ Das geht nicht. Um nicht an einen roten Golf zu denken, müssen Sie sich etwas anderes vorstellen. Sie können auch nicht an einen Baum ohne Blätter denken. Aber an eine Tanne denken, das geht.
2. Es denkt in Bildern.
Unsere Sprache ist eine Entwicklung des Bewusstseins. Wörter sind „nur“ Symbole, nur Beschreibungen, die selten „logisch“ sind. Im Alltag vergessen wir das natürlich, es fällt uns aber schmerzlich auf, wenn wir uns mit jemanden nicht verständigen können, der eine andere Sprache spricht. Oder wenn jemand „Fachchinesisch“ plappert.
3. Gefühle sind stärker als die Logik, bzw. der Intellekt oder der Wille.
Wenn das Unterbewusstsein zwischen zwei gegensätzlichen Wünschen entscheiden muss, siegt immer das, mit dem stärkeren Gefühl. Am Beispiel des Rauchens erkennen wir das sehr gut: Wenn der Vernunft entscheidet, das das Rauchen ungesund ist und wir uns jetzt keine anstecken, ist das Gefühl, jetzt rauchen zu „müssen“ so stark, dass wir schon im nächsten Moment die „Kippe“ im Mund haben.
4. Alles ist real.
Für unser Unterbewusstsein ist das, was in unserem Kopf passiert genau so real, wie das, was „in der Welt“ passiert! Haben Sie schon einmal einen Horrorfilm gesehen? Anschließend führte uns der Weg allein durch eine Straße oder in den Keller. Obwohl wir genau wussten, das vorher nur ein Film lief, haben Sie sich gefürchtet oder erschreckt. Alles, was in diesem Film war, war für das Unterbewusstsein real. Deswegen wurde auch die gleiche Spannung wieder erzeugt!
5. Es nimmt alles wörtlich.
Es soll Ihnen bei der Zielerreichung helfen. Deshalb sagen Sie sich: "Ich wünsche, ich hätte eine Million Euro." Ihr Unbewusstes wird alles tun, um diesen Wunsch zu erfüllen. Dumm nur, dass Sie das Geld nicht besitzen möchten, sondern sich nur wünschen. Ergo ist Ihr Wunsch sofort in Erfüllung gegangen.
6. Es speichert alles und ist dabei wertfrei.
Weder bewertet unser unbewusstes, noch urteilt es. Bewerten und urteilen können wir nur mit unserem logischen Verstand, mit unserem Denkhirn. Unser Unterbewusstsein funktioniert nach dem Prinzip "Was ist, ist."
7. Den besten Zugang
haben wir direkt vor dem Einschlafen und nach dem Aufwachen. Dann sind wir tief entspannt und finden so den Zugang. Entspannungstechniken und Meditation helfen, diesen Zugang auch zu anderen Tageszeiten zu bekommen.
8. Leben im Hier und Jetzt
Ich habe bereits geschrieben, dass unser UBW nur die Gegenwart kennt. In jeglicher Hinsicht. Das bedeutet für uns, dass das Unterbewusstsein nicht überlegt, ob eine Aktion, die jetzt stattfindet uns langfristig schadet. Ein Beispiel: Unser Unterbewusstsein lässt uns jetzt zum Sargnagel (Zigarette) greifen, um uns entspannen zu lassen. Unabhängig, ob diese Kippe uns langfristig eher stresst und schadet.
