Lern- und Gedächtnistipps

Unser Gedächtnis "Das Gedächtnis ist das Instrument, mit dem man vergisst" (Alexander Chase).

Inelligent Lernen Doch worauf kommt es beim Lernen an? Was und wie lernen wir am besten, um die Anforderungen zu be...


Übung macht den Meister

Die gute Nachricht vorne weg:
Übung macht den Meister, nicht Intelligenz!
"Intelligente(?)" Menschen haben den Vorteil, dass Sie offenbar ihr Gehirn effizienter benutzen, als "weniger" Intelligente. Sie lösen schwierige Aufgaben mit weniger Gehirnaktivität.
Entscheidend für den Lernerfolg sind jedoch Motivation und Übung; trifft beides zusammen, erreichen auch "weniger" Intelligente die gleiche, gerineg Gehirnaktivität.
Also zieht bei mir die Ausrede nicht, "sie sind eben zu dumm für sowas" ;-)


Die Halbwertszeit des Wissens

Warum Lernen wichtig ist

Lebenslanges Lernen ist zu einem der wichtigsten Begriffe unserer Gesellschaft geworden. Denn heute gilt - mehr als je zuvor - zu Recht: Nichts ist so beständig wie der Wandel. Die sich ändernden Anforderungen in Gesellschaft und Wirtschaft können wir nur bewältigen, wenn wir als Einzelpersonen, als gesellschaftliche und wirtschaftliche Gruppen fähig und gewillt sind, ständig dazuzulernen.
Wir leben in einer Zeit, in der sich das Wissen der Menschheit sehr schnell weiterentwickelt. So wird beispielsweise jede Minute eine neue chemische Formel entwickelt, alle 3 Minuten ein neuer physikalischer Zusammenhang entdeckt und alle 5 Minuten eine neue medizinische Erkenntnis gewonnen. Die Jahresabstände der Wissensverdoppelung haben sich enorm verkürzt: Während es um 1800 hundert Jahre dauerte, bis sich das Wissen verdoppelt hatte, verdoppelt sich das Wissen am Übergang ins 21. Jahrhundert in Abständen von fünf Jahren.
Die rasche Entwicklung und Verbreitung von neuem Wissen aufgrund der Globalisierung, der Dynamik der Märkte und anderer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklungen führt dazu, dass das einmal Gelernte schnell veraltet. In diesem Zusammenhang ist von der Halbwertzeit des Wissens die Rede. Das Lernen auf Vorrat an Schulen und auch an Hochschulen macht nur noch einen kleinen Teil des Wissens aus. Ein großer Teil von dem, was wir heute lernen, wird während des Berufslebens erworben. So stammen z.B. bei den Fachleuten für Datenverarbeitung 80 % ihrer Qualifikation aus Weiterbildungen, die sie sich während ihres Berufs erworben haben.

Viel gelernt und nichts begriffen

Zum Begriff und Verständnis von "Lernen"

Viele Menschen haben, wenn sie an das Lernen denken, das Bild einer Person vor sich, die mühevoll und unter großen Anstrengungen versucht, sich einen schwierigen Stoff in den Kopf einzuhämmern. Doch das "Pauken" eines Lernstoffs ist nur ein kleiner Teil dessen, was den Lernprozess ausmacht. Bevor ein neues Wissensgebiet erarbeitet wird, müssen Lernende sich entscheiden, ob, warum und was sie lernen wollen. Diese Entscheidungsprozesse im Vorfeld der eigentlichen Wissensaneignung sind wesentlicher Teil des Lernprozesses und beeinflussen diesen stark.

Will beispielsweise ein Berufstätiger mit Hilfe einer Fortbildung Karriere machen, so muss er zunächst herausfinden, welche Fortbildungsmaßnahme neue Perspektiven eröffnet. Merkt er im Laufe der Zeit, dass er sich für eine wenig zukunftsträchtige Weiterbildung entschieden hat, wird dies seine Lernmotivation und Lernenergie wesentlich beeinflussen. Das Erarbeiten neuen Wissens ist häufig überhaupt nicht mit "pauken" und "büffeln" verbunden, sondern oft gelingt es, spielerisch zu lernen. Doch solche Lernsituationen, in denen uns die Erkenntnisse zufliegen, können sich auch abwechseln mit Situationen, in denen das Lernen sehr mühsam und manchmal sogar schmerzhaft ist. Denn Lernen umfasst nicht nur die im Voraus geplanten, sondern auch die unbeabsichtigten Lernprozesse, wie das Lernen aus den Erfahrungen des Lebens. Wer sich zum Beispiel für unersetzlich hält und für längere Zeit krank wird, muss wahrscheinlich lernen, dass jeder Mensch ersetzt werden kann.

Lernen kann also sehr Unterschiedliches beinhalten und sich in verschiedenen Formen zeigen.

Beispiele:

Bei Patrick Frisch landet täglich eine enorme Menge an interner und externer Post auf dem Schreibtisch. Darunter befindet sich Wichtiges und weniger Wichtiges. Manchmal lässt er die Stapel tagelang liegen, an anderen Tagen wälzt er sie von einer Seite zur anderen, weil er sich bei vielem nicht richtig entscheiden kann, ob es sich lohnt, das Material zu lesen und/oder aufzubewahren. Patrick Frisch will lernen, die tägliche Informationsfülle besser und schneller zu bewältigen. Dieses Lernvorhaben ist sehr konkret, eingegrenzt und überschaubar. Er benötigt Grundlagenwissen zum Thema "Lese- und Arbeitstechniken" und etwas Übung im rationelleren Lesen, damit er dieses Wissen in eine neue Fertigkeit umwandeln kann. Ein (guter) ein- bis zweitägiger Kurs zum Thema "Lese- und Arbeitstechniken", verbunden mit etwas Selbstdisziplin, genügt, um Patrick Frisch zu helfen.

Maria Niedermeier will sich beruflich verändern. Dazu nimmt sie an einer mehrjährigen Fortbildung teil, die an zwei Abenden pro Woche und an den Wochenenden beim Bildungsträger S. durchgeführt wird. Obwohl Maria Niedermeier normalerweise leicht, gut und gerne lernt, fordert diese Doppelbelastung (Vollzeitstelle und Qualifizierung nach Feierabend) ihr eine Menge ab. Sie muss abends nach einem anstrengenden Tag noch aufnahmefähig sein, eine hohe Disziplin an den Tag legen und auf vieles verzichten können. Maria Niedermeier muss, um ihr Lernvorhaben erfolgreich durchführen zu können, viel beherrschen und beherzigen:

- Sie muss überzeugt sein, dass ihr der Kurs mittelfristig nützt. Dabei hilft ihr eine klare Zielsetzung.
- Sie muss so leben, dass ihr Intellekt und ihr Körper die hohen Anforderungen bewältigen.
Hilfreich ist, wenn sie sich viel bewegt und gesund ernährt, um ihre Konzentration langfristig aufrecht erhalten zu können.
- Sie kann sich ihre Lernarbeit wesentlich erleichtern, wenn sie mehrere Lerntechniken kennt und anwenden kann.
So ist es hilfreich für sie, wenn sie unter anderem weiß, wie sie sich schwierige Begriffe einprägen und sie mit der
Lernkartei wiederholen kann.

Johannes Lang hat an einer Fortbildung zum Thema Leitung von Projektteams teilgenommen. Die neuen Informationen während des Kurses hat er sofort begriffen. Auch die Übungsphasen verliefen problemlos. Mit der Moderationstechnik beispielsweise konnte er im Training souverän umgehen. Bei der ersten Feuerprobe, als er das neue Projektteam führt, läuft vieles ganz gut. Anderes wiederum klappt noch nicht so ganz: So schafft er es nicht, Mark Anders, einen "Vielredner-Kollegen", dazu zu bewegen, sich kurz und knapp zu fassen. Obwohl er Techniken kennen gelernt hat, mit denen Vielredner gebremst werden können, bringt Johannes Lang es nicht über sich, seinen Kollegen zu stoppen. Zum einen findet er es unhöflich, jemanden zu unterbrechen, zum anderen hat er Angst davor, dass Mark Anders negativ reagieren könnte. Johannes Lang muss lernen, mit seinen Ängsten umzugehen und zugleich eine andere Einstellung bezüglich des Umgangs mit "Vielrednern" entwickeln. Er sollte sich klarmachen, dass es unhöflich gegenüber den anderen in der Gruppe ist, wenn eine Person so viel und andere deswegen so wenige Zeit beanspruchen können. Johannes Lang muss also noch lernen, voll und ganz in seine Rolle als Leiter hineinzuwachsen.

Obwohl sich die Lernvorhaben von Maria Niedermeier, Johannes Lang und Patrick Frisch wesentlich voneinander unterscheiden, gibt es auch Gemeinsamkeiten zwischen ihren Lernprojekten:

Sie alle müssen auf mehreren Ebenen lernen, um erfolgreich zu sein:
Sie alle müssen einen Lernstoff zunächst begreifen (kognitives Lernen = kennen), sie müssen das Gelernte in konkrete Fertigkeiten umsetzen können (Fertigkeiten erwerben = können) und sie müssen gewillt und in der Lage sein, dies auch zu tun (affektives motivationales Lernen = wollen).

1. Kognitives Lernen = neues Wissen erwerben: Bei diesem Aspekt des Lernens geht es darum, einen neuen Stoff verstehen zu können. Maria Niedermeier muss den neuen Lernstoff begreifen und gedanklich so verarbeiten, dass sie ihn später aus ihrem Gedächtnis wieder abrufen kann. Dasselbe gilt für Patrick Frisch und Johannes Lang.
Mehrere Faktoren sind dabei hilfreich oder auch hinderlich: Wenn die Referenten mit unbekannten Fachbegriffen nur so um sich werfen, wird es Maria Niedermeier, Johannes Lang und Patrick Frisch wesentlich schwerer fallen, den Stoff zu begreifen, als wenn sie einen Referenten haben, der sehr anschaulich und praxisnah erklären kann. Wird in einem Lerngebiet Grundlagenwissen vorausgesetzt, das Maria Niedermeier als Einzige nicht hat, wird sie größere Schwierigkeiten haben, den Stoff zu verstehen als die anderen Kursteilnehmer.

2. Fertigkeiten erwerben: Haben Maria Niedermeier, Johannes Lang und Patrick Frisch den Stoff verstanden, geht es in einem nächsten Schritt darum, dieses Wissen in Können umzusetzen. Es genügt nicht, dass Johannes Lang weiß, wer die Moderationstechnik erfunden hat und warum sie entwickelt wurde, sondern er muss sie so einüben, dass er später in der Lage ist, sie auch in seinem realen Arbeitsfeld einzusetzen. Dasselbe gilt für die anderen. Patrick Frisch wird noch nicht effektiver lesen, nur weil er weiß, wie es funktioniert. Erst wenn er sich angewöhnt hat, Fragen an den Text zu stellen, selektiv zu lesen und weitere Techniken konkret anzuwenden, wird sich sein persönliches Leseverhalten optimieren.

3. Affektives motivationales Lernen: Zudem muss die Bereitschaft da sein, das neu Gelernte auch anzuwenden. Das Wissen und Können muss um das Wollen ergänzt werden. Will Johannes Lang seinen ehemaligen Kollegen nicht in seinem Redeschwall stoppen, so nützen ihm alle seine Kenntnisse und Fertigkeiten nichts. Johannes Lang muss sich also mit seinen Gefühlen auseínandersetzen und seine Ängste vor der möglichen Reaktion des Kollegen abbauen.
Anders ausgedrückt, wir lernen mit Kopf, Herz und Hand (die Hand als Symbol für den Erwerb einer Fertigkeit). Erst das wirkungsvolle Zusammenspiel dieser Prozesse mündet in die erfolgreiche Umsetzung des Gelernten ein. Die Schwerpunkte bei jedem Lernprozess liegen jedoch woanders; während bei einem "Grundkurs Betriebswirtschaftslehre" für die meisten das Verstehen des Stoffs im Mittelpunkt steht, geht es bei einem Führungstraining hauptsächlich darum, sich mit seinen Gefühlen und Einstellungen auseinanderzusetzen, um seine Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Wer das Auto fahren lernt, muss dagegen in erster Linie verschiedene Abläufe so einüben, dass er diese später automatisch beherrscht.



Definition von Lernen


Lernen kann bedeuten

Wissen aneignen
Neue Fertigkeiten erlernen
Mit den eigenen Gefühlen und Gedanken umgehen können
Soziale Kompetenzen erwerben
das Verhalten aufgrund der neuen Informationen, Gedanken, Gefühle, Fertigkeiten und Erfahrungen zu verändern.


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