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Was heißt emotionale Intelligenz?

Lange Zeit galt der Intelligenzquotient (IQ) als der Maßstab für Erfolg. Nach neuesten Erkenntnissen ist aber die emotionale Intelligenz - der EQ - eines Menschen viel ausschlaggebender für seinen persönlichen und beruflichen Erfolg als der IQ. Mit emotionaler Intelligenz werden eine ganze Reihe von Fähigkeiten und Kompetenzen beschrieben, wie z.B. Mitgefühl, Kommunikationsfähigkeit, Menschlichkeit, Takt, Höflichkeit u.ä. Johann Wolfgang von Goethe sprach von "Herzensbildung".

Emotionale Intelligenz betrifft den Umgang mit uns selbst und mit anderen

Das besondere an der emotionalen Intelligenz ist, daß es dabei sowohl um den Umgang mit sich selbst geht, als auch um den mit anderen Menschen. Emotionale Intelligenz beschreibt also das Selbstmanagement und die Selbsterfahrung auf der einen Seite und Kompetenzen und Fähigkeiten im Umgang mit anderen Menschen auf der anderen.


Elemente der emotionalen Intelligenz

Für die emotionale Intelligenz sind vor allem folgende Kompetenzen entscheidend:

Selbstbewußtheit - Gemeint ist die realistische Einschätzung der eigenen Persönlichkeit, also das Erkennen und Verstehen der eigenen Gefühle, Bedürfnisse, Motive und Ziele, aber auch das Bewußtsein über die persönlichen Stärken und Schwächen. Es geht darum, sich selbst gut zu kennen, um einschätzen zu können, wie man selbst in bestimmten Situationen reagiert, was man braucht und wo man noch an sich selbst arbeiten muß.

Selbststeuerung - Als Selbststeuerung wird die Fähigkeit bezeichnet, die eigenen Gefühle und Stimmungen durch einen inneren Dialog zu beeinflussen und zu steuern. Mit dieser Fähigkeit sind wir unseren Gefühlen nicht mehr nur einfach ausgeliefert, sondern können sie konstruktiv beeinflussen. Ein Beispiel: Wenn uns etwas wütend macht, können wir uns durch unseren inneren Dialog selbst beruhigen und können dann viel angemessener reagieren, als wenn wir nicht in Lage sind, uns selbst zu steuern.

Motivation - Sich selbst motivieren zu können heißt, immer wieder Leistungsbereitschaft und Begeisterungsfähigkeit aus sich selbst heraus entwickeln zu können. Diese Fähigkeit ist besonders hilfreich in Phasen, in denen ein Projekt schwierig wird oder wenn die Dinge anders laufen als geplant. Wer sich selbst motivieren kann, findet immer wieder Kraft zum Weitermachen und verfügt auch über eine höhere Frustrationstoleranz, also dem Vermögen, Frust auszuhalten und trotzdem weiterzumachen.

Empathie - Empathie heißt Einfühlungsvermögen. Gemeint ist damit das Vermögen, sich in die Gefühle und Sichtweisen anderer Menschen hineinversetzen zu können und angemessen darauf zu reagieren. Es geht darum, Mitmenschen in ihrem Sein wahrzunehmen und zu akzeptieren. Dabei heißt akzeptieren nicht automatisch gutheißen. Andere Menschen zu akzeptieren, heißt ihnen mit Respekt entgegenzutreten und Verständnis für ihr Tun und Denken zu haben.

Soziale Kompetenz - Unter sozialer Kompetenz versteht man z.B. die Fähigkeit Kontakte und Beziehungen zu anderen Menschen zu knüpfen und solche Beziehungen auch dauerhaft aufrecht erhalten zu können. Gemeint ist also ein gutes Beziehungs- und Konfliktmanagement, aber auch Führungsqualitäten oder das Vermögen, funktionierende Teams zu bilden und zu leiten.

Kommunikationsfähigkeit - Eine gute Kommunikationsfähigkeit ist unerläßlich für die emotionale Intelligenz. Gemeint sind damit zwei Dinge: einerseits die Fähigkeit, sich klar und verständlich auszudrücken und somit sein Anliegen deutlich und transparent zu übermitteln; andererseits ist damit die Fähigkeit gemeint, anderen Menschen aktiv und aufmerksam zuhören zu können, und das, was sie sagen, zu verstehen und einzuordnen.


Der Nutzen der emotionalen Intelligenz

Was bringt uns nun diese emotionale Intelligenz? Wir haben bereits am Anfang auf den Zusammenhang von Erfolg und emotionaler Intelligenz hingewiesen. Erfolg meint hier sowohl beruflichen als auch persönlichen Erfolg. Menschen mit einer hohen emotionalen Intelligenz sind beruflich oft sehr erfolgreich, da sie gut mit Menschen umgehen können und über Führungsqualitäten verfügen. Eine emotionale Intelligenz im Alltag ermöglicht es Ihnen, gut mit Ihrem Partner und Familienmitgliedern klarzukommen, Konflikte konstruktiv zu meistern und mit sich selbst und anderen Menschen gut auszukommen. Emotional intelligente Menschen können aktiv zuhören und akzeptieren ihre Mitmenschen so wie sie sind. Damit sind sie meist sehr beliebt und pflegen tiefgehende Beziehungen und Freundschaften. Sie sorgen aber auch gut für sich selbst und sind deshalb meist zufrieden und ausgeglichen.


Was ist die Grundlage von emotionaler Intelligenz?

Das Zauberwort heißt Selbstwahrnehmung:
Durch das Beobachten und Erkennen der eigenen Gefühle werden Bedürfnisse deutlich sichtbar!


Ist es denn überhaupt möglich die eigenen Gefühle zu beeinflussen?

Eindeutig „Ja“! Die Medizin hat mittlerweile herausgefunden, daß Emotionen im Gehirn in gleicher Weise über Nervenbahnen gesteuert werden, wie Denkprozesse. Das menschliche Gehirn hat neben den Denkstrukturen (dem Neokortex) das limbische System, das das Stammhirn umschließt und die Emotionen steuert. Übrigens - die Mandelkerne gelten als „Speicher“ emotionaler Erinnerung; werden sie entfernt, ist der betreffende Mensch nicht mehr in der Lage, Emotionen wahrzunehmen.
Das NLP befaßt sich u.a. mit dem Nutzen um dieses Wissen. Hierdurch ist es möglich geworden, Gefühle bewußt und zielgerecht zu ändern. Weg von negativen, hin zu positiven Gefühlen.


Abgrenzung zum IQ

Die Namensähnlichkeit zwischen Intelligenzquotient (IQ) und emotionaler Intelligenz (EQ) darf nicht dazu verleiten, daß man beides in einen Topf wirft. EQ kann man nicht genauso messen wie den IQ. Allerdings wird hier auch nicht die Intelligenz „gemessen“, sondern (je nach Test) bestimmte Faktoren, die man zur Intelligenz zählt. Als Beispiele dienen hier logisches Denken, räumliches Denken und Konzentrationsfähigkeit. Der IQ, bzw. die entsprechenden Fragebögen, wurden in den USA entwickelt. Doch ging es nicht in erster Linie darum, die besonders intelligenten Menschen herauszufinden, sondern es sollte eine Abgrenzung nach unten deutlich gemacht werden. Wenn ein bestimmter IQ nicht erreicht wurde, war der betreffende Mensch nicht für eine bestimmte Aufgabe geeignet. Übrigens, ein IQ von 100 heißt nicht, daß man besonders schlau ist; er ist der sogenannte Durchschnitts – IQ.
Die Bedeutung eines hohen IQs wurde erst später hervorgehoben. Doch relativ schnell hat man herausgefunden, daß ein hoher IQ allein kein Beweis für Erfolg war. Diese Beobachtung führte zu dem Glauben, daß neben dem IQ noch etwas anderes entscheidend war. Dadurch wurde der EQ „entdeckt“. Einer der herausragenden Köpfe dabei war Daniel Goleman, der die entscheidenden Kompetenzen erstmals unter dem Begriff EQ zusammenfaßte.

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